Was das Profil ist — und warum es für lokale Betriebe der größte Hebel ist
Das Google-Unternehmensprofil, früher „Google My Business", ist Ihr Eintrag bei Google: Name, Kategorie, Öffnungszeiten, Telefon, Fotos, Bewertungen. Es erscheint an drei Stellen, die zusammen mehr Klicks bekommen als alle normalen Suchergebnisse: rechts neben den Treffern, wenn jemand Ihren Namen sucht; im Kartenblock, wenn jemand „Physiotherapie Marienberg" oder „Kfz-Werkstatt Chemnitz" sucht; und in Google Maps, wenn jemand unterwegs nach Ihnen sucht. Wer kein Profil hat, kommt an keiner dieser Stellen vor, egal wie gut die Website ist.
Ein Beispiel aus diesem Jahr: Eine Kanzlei in Chemnitz, seit Jahrzehnten etabliert, hatte kein Profil. Bei der Suche nach ihrem Namen zeigte Google rechts den Eintrag eines früheren Bürokollegen. Am Abend nach dem Anlegen stand ihr eigener Eintrag mit Adresse, Öffnungszeiten und Beschreibung da. Der Kartenblock kam mit den ersten Bewertungen.
Die 7 Schritte
Schritt 1: Google-Konto und Start
Sie brauchen ein Google-Konto, das dem Betrieb gehört — nicht dem Azubi, nicht der Agentur, nicht dem Neffen. Wer das Konto hat, hat das Profil samt Bewertungen. Dann auf google.com/business gehen und „Jetzt verwalten" wählen. Gibt es Ihren Betrieb dort schon, weil Google ihn aus anderen Quellen kennt, wählen Sie „Inhaberschaft beanspruchen" statt „neu anlegen". Zwei Profile für denselben Betrieb sind einer der häufigsten Fehler.
Schritt 2: Der Name — genau wie auf dem Schild
Tragen Sie den Namen so ein, wie er auf Website, Rechnung und Firmenschild steht. „Auto-Service GmbH" — nicht „Auto-Service GmbH Kfz-Werkstatt Chemnitz Reifen HU günstig". Zusätzliche Suchbegriffe im Namen verstoßen gegen Googles Richtlinien und führen zur Sperrung, oft erst Monate später, wenn das Profil gerade gut läuft.
Schritt 3: Die Kategorie
Die Hauptkategorie entscheidet, bei welchen Suchen Sie im Kartenblock erscheinen. Wählen Sie die, die Ihren Betrieb am ehrlichsten beschreibt: „Kfz-Werkstatt", „Heilpraktiker", „Physiotherapeut", „Webdesigner". Zusatzkategorien dürfen dazu, wenn sie zutreffen — eine Werkstatt mit Reifenservice nimmt „Reifenhandel" dazu, ein Heilpraktiker nicht „Arzt". Die Liste ist fest vorgegeben; tippen Sie Begriffe ein und nehmen Sie, was Google vorschlägt.
Schritt 4: Adresse oder Einzugsgebiet
Google fragt, ob Kunden Sie an Ihrer Adresse besuchen. Ja bei Laden, Praxis, Werkstatt, Kanzlei: Adresse eintragen, sie wird angezeigt. Nein bei Handwerkern, die zum Kunden fahren, bei mobilen Dienstleistern und Beratern ohne Kundenverkehr: Dann tragen Sie nur das Einzugsgebiet ein, etwa Orte und Landkreise, und Google zeigt keine Adresse. Beides ist möglich: Adresse plus Einzugsgebiet, wenn Sie Kunden empfangen und außerdem rausfahren.
Schritt 5: Kontakt, Website, Öffnungszeiten
Telefonnummer und Website-Adresse exakt so wie auf Ihrer Website — dieselbe Schreibweise, mit www, wenn Ihre Seite mit www läuft. Google vergleicht die Angaben, und Abweichungen kosten Vertrauen. Öffnungszeiten ehrlich, inklusive Pausen; „geöffnet" bei geschlossener Tür bringt schlechte Bewertungen. Feiertage pflegt Google auf Nachfrage, das dauert eine Minute.
Schritt 6: Bestätigen
Google will wissen, dass es Sie gibt. Welche Methode angeboten wird, entscheidet Google je nach Betrieb: eine Postkarte mit Code an die Adresse, bis zu 14 Tage; Telefon, SMS oder E-Mail, sofort; oder eine Video-Aufnahme, in der Sie Schild, Räume und Werkzeug zeigen, meist innerhalb weniger Tage geprüft. Bis dahin ist das Profil nicht öffentlich. Ändern Sie in der Wartezeit weder Name noch Adresse, sonst beginnt die Prüfung von vorn.
Schritt 7: Vollständig machen
- Beschreibung, bis zu 750 Zeichen: was Sie tun, für wen, seit wann, wo. Ohne Superlative, mit den Begriffen, die Kunden benutzen.
- Mindestens drei Fotos: von außen, von innen, Sie oder Ihr Team, Ihre Arbeit. Handyfotos bei Tageslicht. Profile mit Fotos bekommen deutlich mehr Anfragen als leere.
- Leistungen anlegen, je zwei Sätze, und die passende Seite Ihrer Website verlinken.
- Beiträge für Aktionen, Termine, Betriebsurlaub. Optional, aber Google mag Profile, die leben.
- Fragen und Antworten: Stellen Sie die drei häufigsten Kundenfragen selbst ein und beantworten Sie sie. Sonst tut es irgendwann ein Fremder.
Danach: Bewertungen — der Teil, der den Kartenblock entscheidet
Im Kartenblock stehen drei Betriebe. Welche drei, hängt neben Entfernung und Kategorie vor allem an Vollständigkeit und Bewertungen. Fünf ehrliche Bewertungen reichen oft, um an leeren Profilen vorbeizuziehen. Google stellt im Profil einen Link „Bewertung schreiben" bereit; den geben Sie zufriedenen Kunden nach getaner Arbeit mit, per Mail, per Nachricht oder als QR-Code auf der Rechnung. Antworten Sie auf jede Bewertung, kurz und freundlich, auch auf kritische — das lesen künftige Kunden mit. Nie kaufen, nie selbst schreiben, nie Rabatte dafür anbieten: Google erkennt Muster, und die Sperre trifft das ganze Profil.
Die sieben Fehler, die Betriebe den Kartenblock kosten
- Suchbegriffe im Namen. Richtlinienverstoß, führt zur Sperre.
- Zwei Profile für einen Betrieb. Google weiß nicht, welches echt ist, und zeigt im Zweifel keines.
- Falsche oder zu breite Kategorie. „Dienstleistung" findet niemand; „Heizungsbauer" schon.
- Privatadresse sichtbar, obwohl kein Kundenverkehr. Unerwünscht und unnötig.
- Abweichende Telefonnummer oder Adresse zwischen Profil, Website und alten Verzeichniseinträgen. Google traut dann keiner Angabe.
- Profil nach dem Anlegen vergessen. Keine Fotos, keine Antworten, alte Öffnungszeiten — Google stuft es als verwaist ein.
- Das Google-Konto gehört jemand anderem. Agentur weg, Profil weg, Bewertungen weg.
Erstellen lassen?
Sie können das alles selbst machen; dieser Text reicht dafür. Wer es abgeben will: Ich richte das Unternehmensprofil bei jeder Website auf Wunsch mit ein — Kategorie, Beschreibung, Einzugsgebiet, Fotos, Leistungen, Verknüpfung mit den passenden Seiten. Das Google-Konto bleibt dabei Ihres. Wie das Profil mit der Website zusammenspielt, steht in Bei Google gefunden werden; was eine Website dafür mitbringen muss, in Was muss auf eine Website?