Die drei Gründe, warum Betriebe bei Google unsichtbar sind
Bevor ich für einen Betrieb ein Angebot schreibe, messe ich seine Seite durch. In fast jedem Fall ist die Ursache eine von dreien, oft alle drei zusammen:
- Google kennt die Seite nicht. Sie wurde nie in der Search Console angemeldet, hat keine Sitemap, und niemand verweist auf sie. Google findet sie irgendwann zufällig — oder nie. Ich habe Seiten gesehen, die seit Jahren online waren und von denen Google genau eine Unterseite kannte.
- Die Seite sagt nicht, wofür sie steht. Der Seitentitel heißt „Startseite" oder „Willkommen". Nirgends steht die Leistung, nirgends der Ort. Google kann nur zeigen, was es lesen kann. „Herzlich willkommen bei uns" ist für Google eine leere Seite.
- Niemand verweist auf Sie. Keine Kammer, kein Verband, kein Kunde, kein Verzeichnis. Google misst Vertrauen unter anderem daran, wer auf eine Seite zeigt. Eine Seite ohne einen einzigen Verweis von außen ist für Google ein Neuling ohne Empfehlung.
Ein Beispiel aus diesem Jahr: Eine Kanzlei in Chemnitz, seit Jahrzehnten am Ort, gut beschäftigt. Bei der Suche nach dem eigenen Namen zeigte Google rechts das Profil eines früheren Bürokollegen, weil die Kanzlei selbst kein Unternehmensprofil hatte. Bei den Fachbegriffen stand sie unter einem Kartenblock mit drei Wettbewerbern, in dem sie nicht vorkam. Nichts davon hatte mit der Qualität der Arbeit zu tun. Alles davon ließ sich beheben, das meiste kostenlos.
Sieben Schritte, in der Reihenfolge, in der sie wirken
1. Search Console anmelden, Sitemap einreichen, Indexierung beantragen
Die Google Search Console ist Googles kostenloses Werkzeug für Seitenbetreiber. Nach der Anmeldung reichen Sie die Sitemap ein, das Inhaltsverzeichnis Ihrer Seite, und beantragen für neue oder geänderte Seiten die Indexierung. Das ist der Unterschied zwischen „Google findet mich in Wochen" und „in Tagen". Nebenbei zeigt Ihnen die Console, mit welchen Suchbegriffen Sie überhaupt gesehen werden. Ohne diese Zahlen ist alles Weitere Raten.
2. Google-Unternehmensprofil anlegen
Für lokale Betriebe der größte einzelne Hebel. Das Profil bringt Sie in den Kartenblock und in Google Maps, dorthin, wo bei „Werkstatt Chemnitz" oder „Physiotherapie Marienberg" die meisten Klicks landen, noch über den normalen Ergebnissen. Es ist kostenlos und in 30 Minuten angelegt; die Bestätigung per Postkarte dauert bis zu zwei Wochen. Die Anleitung in 7 Schritten.
3. Jeder Seite einen Titel und eine Beschreibung geben
Der Seitentitel ist die blaue Zeile im Suchergebnis, die Beschreibung der graue Text darunter. Beides schreibt Google nicht für Sie. In den Titel gehört Leistung plus Ort plus Name: „Kfz-Werkstatt in Thum, Erzgebirge – Auto-Service GmbH" statt „Startseite". Das allein bringt manche Seite von Seite 5 auf Seite 2.
4. Eine Seite je Leistung — mit dem Ort im Text
Eine Seite kann bei Google nur für ein Thema stehen. Wer Badsanierung, Heizung und Solar auf einer Seite „Leistungen" zusammenfasst, wird für keines der drei gefunden. Drei Seiten mit je eigenem Titel, eigener Beschreibung, dem Ablauf, dem Preisrahmen und dem Ort werden für alle drei gefunden. Das ist keine Trickserei, sondern das, was der Kunde sucht.
5. Echte Bewertungen sammeln
Im Kartenblock stehen die Betriebe mit vollständigem Profil und Bewertungen oben. Fünf ehrliche Bewertungen reichen oft, um an drei leeren Profilen vorbeizuziehen. Google stellt im Profil einen Link „Bewertung schreiben" bereit; den geben Sie zufriedenen Kunden nach getaner Arbeit mit. Nie kaufen, nie selbst schreiben — Google erkennt das, und die Sperre trifft das ganze Profil.
6. Schnell auf dem Handy
Google bewertet Ihre Seite so, wie sie auf dem Handy aussieht. Zu große Bilder, Schriften von fremden Servern und Plugin-Lawinen machen Seiten langsam; Googles PageSpeed-Test zeigt es in einer Minute. Unter 90 sollte keine Seite liegen, die neu gebaut wurde. Meine Referenz aus Chemnitz liegt bei 98.
7. Verweise von Seiten, die zu Ihnen passen
Nicht 500 Verzeichnisse, sondern die fünf, die etwas mit Ihrem Fach oder Ihrer Region zu tun haben: Ihre Kammer oder Innung, Ihr Berufsverband, Lieferanten und Partner, Vereine, in denen Sie aktiv sind, Kunden, die Sie erwähnen. Ein Verweis von der Handwerkskammer wiegt mehr als hundert aus Linklisten. Bitten kostet nichts; die meisten Verbände verlinken Mitglieder gern.
Was Geldverschwendung ist
- SEO-Pakete mit Platzierungsgarantie. Niemand kann Google-Plätze garantieren. Wer es verspricht, meint entweder Anzeigen oder Begriffe, nach denen niemand sucht.
- Gekaufte Links und Linklisten. Wirken kurz, werden erkannt und kosten dann die Platzierung, die Sie hatten.
- Keyword-Wiederholungen. „Webdesign Chemnitz Webdesign Chemnitz Webdesigner Chemnitz" liest kein Mensch, und Google seit Jahren auch nicht mehr.
- Eintragsdienste in Hunderte Verzeichnisse. Die meisten davon liest niemand, und abweichende Adressen oder Telefonnummern in alten Einträgen schaden dem Unternehmensprofil.
- Anzeigen als Dauerlösung. Für den Start oder für umkämpfte Begriffe sinnvoll. Aber sie hören auf zu wirken, sobald Sie aufhören zu zahlen, und ersetzen keinen der sieben Schritte.
Wie lange es ehrlich dauert
Aufgenommen wird eine neue Seite in Tagen bis zwei Wochen, wenn Sie die Indexierung beantragen. Der Kartenblock reagiert auf ein neues Unternehmensprofil innerhalb von Tagen, auf Bewertungen innerhalb von Wochen. Platzierungen für umkämpfte Begriffe wachsen über Monate, nicht über Nacht. Wer Ihnen etwas anderes sagt, verkauft Anzeigen. Der Vorteil der langsamen Wege: Sie halten. Eine Seite, die für „Physiotherapie Marienberg" einmal auf Seite 1 steht, bleibt dort meist jahrelang, solange sie gepflegt wird.
So mache ich das bei meinen Kunden
Schritte 1, 3, 4 und 6 sind bei jeder meiner Websites im Festpreis enthalten: Search Console, Sitemap, Titel und Beschreibungen, eine Seite je Leistung, Ladezeit über 90. Schritt 2, das Unternehmensprofil, richte ich auf Wunsch mit ein. Für Schritt 5 und 7 bekommen Sie fertige Texte, mit denen Sie Kunden und Verbände anschreiben. Und wer danach dranbleiben will, mit Ratgeber-Inhalten zu echten Fragen und monatlicher Auswertung, findet das in der laufenden Begleitung. Was vorher auf Ihre Website gehört, steht in Was muss auf eine Website?