Ratgeber · Stand September 2026 · Lesezeit 7 Minuten

Was muss auf eine Website? —Pflichtangaben, Seiten und Inhalte, die ein Betrieb braucht.

Drei Ebenen, die oft durcheinandergehen: was rechtlich Pflicht ist, welche Seiten ein Betrieb braucht und welche Inhalte aus Besuchern Kunden machen. Hier stehen alle drei, mit Checkliste am Ende. Für Praxen, Werkstätten, Läden, Coaches und Vereine.

3 EbenenRecht · Struktur · Inhalt
5 Seitendie jeder Betrieb braucht
1 Checklistezum Abhaken vor dem Live-Gang

Ebene 1: Was rechtlich auf eine Website muss

Das ist eine Orientierung aus der Praxis, keine Rechtsberatung. Bei Sonderfällen hilft die IHK oder Handwerkskammer, oft kostenlos.

Impressum

Pflicht für jede geschäftliche Website nach § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes, und zwar von jeder Unterseite aus mit einem Klick erreichbar. Hinein gehören: Name und Anschrift, bei Gesellschaften die Rechtsform und die Vertretungsberechtigten, eine E-Mail-Adresse plus ein weiterer schneller Kontaktweg wie Telefon, die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, falls vorhanden, sowie Registergericht und Registernummer bei eingetragenen Unternehmen. Bei Berufen mit Zulassung oder Kammer kommen dazu: die zuständige Aufsichtsbehörde oder Kammer, die gesetzliche Berufsbezeichnung mit dem Staat, in dem sie verliehen wurde, und die berufsrechtlichen Regelungen. Für Heilpraktiker und Handwerksbetriebe habe ich das jeweils konkret aufgeschrieben.

Datenschutzerklärung

Ebenfalls Pflicht, ebenfalls von überall erreichbar. Sie muss beschreiben, was Ihre Seite tatsächlich tut: welche Daten das Kontaktformular verarbeitet, wo die Seite gehostet ist, ob Statistik oder eingebettete Dienste laufen. Eine Vorlage aus dem Netz passt nur, wenn sie zu genau diesen Punkten passt. Eine Datenschutzerklärung, die Dienste nennt, die es auf der Seite gar nicht gibt, ist genauso fehlerhaft wie eine, die vorhandene verschweigt.

Cookie-Hinweis — nur wenn nötig

Ein Banner ist keine Pflicht an sich. Pflicht ist die Einwilligung, bevor die Seite Dinge tut, die nicht technisch notwendig sind: Besucherstatistik, Werbe-Tracking, eingebettete YouTube-Videos oder Google-Karten. Wer darauf verzichtet, braucht kein Banner. Ich baue Websites bewusst so: Schriften lokal, Formular ohne US-Dienste, keine Statistik, außer der Kunde will sie ausdrücklich. Das Banner kostet Besucher, und die Statistik sieht kaum ein kleiner Betrieb je an.

Preise, Bilder, Barrierefreiheit

  • Preise gegenüber Verbrauchern müssen Gesamtpreise inklusive Umsatzsteuer sein; „zzgl. MwSt." ist nur im Geschäft mit Unternehmen zulässig.
  • Bilder brauchen eine Lizenz oder sind Ihre eigenen. Für Fotos von Mitarbeitern und Kunden brauchen Sie deren Einverständnis, am besten schriftlich.
  • Barrierefreiheit: Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt seit Juni 2025, betrifft aber vor allem Online-Shops und Buchungsstrecken für Verbraucher. Kleinstunternehmen mit Dienstleistungen sind ausgenommen, reine Visitenkarten-Websites fallen in der Regel nicht darunter. Gute Kontraste und beschriftete Bilder lohnen sich trotzdem: Sie helfen Google und jedem, der auf dem Handy in der Sonne liest.

Ebene 2: Welche Seiten ein Betrieb braucht

Der Normalfall sind fünf Seiten. Nicht, weil fünf eine magische Zahl ist, sondern weil ein Betrieb fünf verschiedene Fragen beantworten muss.

SeiteBeantwortet die FrageWorauf es ankommt
StartseiteBin ich hier richtig?In drei Sätzen: für wen, was, warum Sie. Der erste Schritt als Knopf, sichtbar ohne Scrollen. Kein „Herzlich willkommen auf unserer Homepage".
LeistungenWas genau bekomme ich?Eine Seite je Leistung, jede mit Ablauf, Preis oder Preisrahmen und dem Ort, an dem Sie arbeiten. Google bewertet Seiten einzeln, Kunden suchen die Leistung, nicht Ihren Namen.
Über mich / Über unsWer steckt dahinter?Foto, Werdegang, warum Sie das tun. Bei Coaches und Praxen oft die wichtigste Seite, weil Menschen Menschen buchen.
KontaktWie erreiche ich Sie?Telefonnummer, die auf dem Handy wählt, ein kurzes Formular, Öffnungszeiten, Anfahrt. Antwortzeit nennen: „innerhalb von 24 Stunden".
Impressum & DatenschutzIst das seriös?Siehe Ebene 1. Von jeder Seite aus verlinkt, meist im Fußbereich.

Optional, aber wirksam: Referenzen mit echten Projekten, eine Preisseite oder ein Preisrahmen, häufige Fragen aus Ihrem Alltag, eine Terminseite für Kurse und Aktionen und ein Blog, wenn Sie regelmäßig Fragen Ihrer Kunden beantworten wollen. Was Sie nicht brauchen: eine „Aktuelles"-Seite, auf der der letzte Eintrag von 2021 ist.

Ebene 3: Welche Inhalte aus Besuchern Kunden machen

  • Echte Fotos von Ihnen, Ihrem Team, Ihren Räumen und Ihrer Arbeit. Stockfotos erkennt jeder, und sie sagen: „Hier will jemand nichts von sich zeigen."
  • Preise oder ein ehrlicher Rahmen. Wer keinen Preis nennt, verliert die Besucher, die abends vergleichen. „Erstgespräch kostenlos, Behandlung ab 60 €" reicht.
  • Antworten auf die fünf Fragen, die Ihnen Kunden am Telefon immer stellen. Das spart Anrufe und ist genau das, was Google unter „Nutzer fragen auch" zeigt.
  • Bewertungen und Kundenstimmen mit Einwilligung der Personen. Bei Heilberufen mit Vorsicht, dort gilt das Heilmittelwerbegesetz.
  • Ort und Einzugsgebiet im Klartext: „Kfz-Werkstatt in Thum, Erzgebirgskreis" statt nur „Ihre Werkstatt".
  • Ein klarer erster Schritt auf jeder Seite: anrufen, anfragen, Termin buchen. Nicht drei verschiedene Knöpfe nebeneinander.

Was eine Website heute können muss

Neben Inhalten gibt es technische Mindestanforderungen, an denen viele ältere Seiten scheitern: Sie muss auf dem Handy bedienbar sein, denn dort kommt die Mehrheit der Besucher an. Sie muss verschlüsselt laufen, erkennbar am Schloss im Browser. Sie muss schnell laden, messbar mit Googles PageSpeed-Test. Jede Seite braucht einen eigenen Titel und eine Beschreibung, denn das ist, was im Suchergebnis steht. Und sie sollte eine Sitemap haben und in der Google Search Console angemeldet sein. Wie Sie daraus Sichtbarkeit machen, steht in bei Google gefunden werden.

Die Checkliste vor dem Live-Gang

  • Impressum vollständig, von jeder Seite erreichbar
  • Datenschutzerklärung passt zu dem, was die Seite tut
  • Cookie-Einwilligung nur, wenn wirklich nötig — oder gar keine, weil nichts getrackt wird
  • Preise als Gesamtpreise, Bilder mit Lizenz oder eigen
  • Startseite: für wen, was, warum, erster Schritt ohne Scrollen sichtbar
  • Eine Seite je Leistung, mit Ort und Preisrahmen
  • Über-mich-Seite mit Foto
  • Kontakt: Telefon antippbar, Formular, Öffnungszeiten, Anfahrt
  • Handy-Test, Ladezeit über 90, Schloss im Browser
  • Search Console angemeldet, Sitemap eingereicht, Google-Unternehmensprofil angelegt

So mache ich das bei meinen Kunden

Alle drei Ebenen sind bei mir im Festpreis enthalten: Impressum und Datenschutzerklärung im DSGVO-Paket, die Seitenstruktur nach Ihren Leistungen, die Texte aus einem Gespräch mit Ihnen, ein Kontaktformular ohne US-Dienste und eine Website, die ohne Cookie-Banner auskommt. Sie sehen die Startseite als kostenlosen Entwurf, bevor Sie einen Cent bezahlen, und sind in 7 Tagen online. Was das kostet · Kostenlosen Erstentwurf anfordern

Die häufigsten Fragen dazu

Kurz beantwortet

Was ist auf einer Website rechtlich Pflicht?

Für jede geschäftliche Website in Deutschland: ein Impressum nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz, das von jeder Seite mit einem Klick erreichbar ist, und eine Datenschutzerklärung nach DSGVO. Ein Cookie-Hinweis ist nur Pflicht, wenn die Seite Cookies oder Dienste einsetzt, die nicht technisch notwendig sind, etwa Tracking oder eingebettete Videos. Wer Preise gegenüber Verbrauchern nennt, muss Gesamtpreise mit Umsatzsteuer angeben. Das ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung.

Was muss im Impressum stehen?

Name und Anschrift, bei Gesellschaften die Rechtsform und die Vertretungsberechtigten, eine E-Mail-Adresse und ein weiterer schneller Kontaktweg wie Telefon, die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, falls vorhanden, Registergericht und Registernummer bei eingetragenen Unternehmen. Bei Berufen mit Zulassung oder Kammer zusätzlich die Aufsichtsbehörde oder Kammer, die gesetzliche Berufsbezeichnung mit dem Staat der Verleihung und die berufsrechtlichen Regelungen.

Welche Seiten braucht die Website eines Betriebs?

Fünf als Normalfall: Startseite, Leistungen, Über mich oder Über uns, Kontakt sowie Impressum und Datenschutz. Wer mehrere Leistungen hat, gibt jeder eine eigene Seite, weil Google Seiten einzeln bewertet und Kunden nach der Leistung suchen, nicht nach dem Betriebsnamen. Optional, aber wirksam: Referenzen, Preise, häufige Fragen, Termine und ein Blog.

Brauche ich ein Cookie-Banner?

Nur, wenn Ihre Seite Dinge tut, die eine Einwilligung brauchen: Besucherstatistik wie Google Analytics, eingebettete YouTube-Videos oder Google Maps, Werbe-Tracking. Eine Seite mit lokal gehosteten Schriften, einem Kontaktformular ohne US-Dienste und ohne Tracking kommt komplett ohne Banner aus. So baue ich meine Websites, weil das Banner Besucher kostet und die meisten Betriebe die Statistik ohnehin nie ansehen.

Muss meine Website barrierefrei sein?

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt seit dem 28. Juni 2025 und betrifft vor allem Online-Shops und Buchungsstrecken für Verbraucher. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten, die Dienstleistungen anbieten, sind ausgenommen; eine reine Visitenkarten-Website ohne Bestell- oder Buchungsfunktion fällt in der Regel nicht darunter. Gute Kontraste, lesbare Schrift und beschriftete Bilder lohnen sich trotzdem, weil sie auch Google und Handy-Nutzern helfen. Im Zweifel fragen Sie Ihre IHK oder Handwerkskammer.

Wie viele Seiten sollte eine Website haben?

So viele, wie Sie unterschiedliche Fragen beantworten. Ein Betrieb mit einer Leistung kommt mit einem One-Pager aus. Der Normalfall sind fünf Seiten. Wer mehrere Leistungen oder Standorte hat, braucht für jede eine eigene Seite, weil eine Seite bei Google nur für ein Thema stehen kann. Mehr Seiten sind nicht automatisch besser; leere Seiten mit zwei Sätzen schaden eher.

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