Ratgeber · Stand September 2026 · Lesezeit 7 Minuten

Website veraltet? —Sieben Zeichen, dass ein Relaunch fällig ist, und wie er gelingt.

Die meisten Websites kleiner Betriebe sind zwischen fünf und zwölf Jahre alt. Manche tun noch ihren Dienst, viele kosten still Kunden. Hier steht, woran Sie den Unterschied erkennen, wie ein Relaunch abläuft, ohne bei Google von vorn anzufangen, und was er kostet.

7 Zeichenan denen Sie es erkennen
5 Schrittevom Bestand zum Live-Gang
301die Weiterleitung, die Rankings rettet

Sieben Zeichen, dass Ihre Website erneuert werden muss

  1. Auf dem Handy muss man zoomen. Die Mehrheit Ihrer Besucher kommt vom Handy. Wenn Text winzig ist, Knöpfe nebeneinander kleben oder die Seite seitlich wegläuft, sind diese Besucher nach Sekunden weg. Google stuft solche Seiten seit Jahren zurück.
  2. Kein Schloss im Browser. Läuft die Seite noch über http statt https, zeigen Browser „Nicht sicher“ neben der Adresse. Bei einem Kontaktformular ist das nicht nur ein Vertrauens-, sondern ein Datenschutzproblem.
  3. Sie laden länger als drei Sekunden. Messen Sie mit Googles PageSpeed-Test. Ein Wert unter 50 auf dem Handy heißt: große Bilder, alte Technik, fremde Skripte. Meine eigene alte Seite stand bei 48, nach dem Relaunch bei 93.
  4. Die Inhalte stimmen nicht mehr. Alte Preise, ein Mitarbeiter, der seit 2022 weg ist, „Aktuelles“ mit dem letzten Eintrag von vor drei Jahren, Öffnungszeiten von vor Corona. Besucher merken das, und sie schließen daraus auf den Betrieb.
  5. Es kommen keine Anfragen. Eine Website, die in zwölf Monaten keine einzige Anfrage bringt, ist keine Website, sondern eine Adresse. Meist fehlen Ort, Leistung und ein klarer erster Schritt.
  6. Sie können nichts selbst ändern. Für jede Öffnungszeit den Webdesigner anrufen, der vielleicht gar nicht mehr erreichbar ist. Oder ein WordPress, in das Sie sich nicht mehr hineintrauen, weil 14 Updates warten.
  7. Die Seite wurde gehackt oder ist offline. Fremde Links im Quelltext, Warnungen im Browser, ein Webspace voller Schaddateien. Dann ist der Relaunch keine Frage des Wollens mehr. So sah das bei einer Praxis in Varel aus.

Trifft eines der ersten drei Zeichen zu, lohnt sich der Relaunch fast immer, weil Sie sonst Besucher verlieren, die Sie bereits bezahlt oder verdient haben. Treffen nur vier bis sechs zu, kann es reichen, Inhalte zu pflegen und ein Pflegewerkzeug nachzurüsten.

Relaunch, Redesign, Pflege: was ist was?

BegriffWas passiertWann sinnvoll
PflegeTexte, Bilder, Preise und Zeiten aktualisieren, Technik bleibt.Seite ist mobil, schnell und verschlüsselt, nur der Inhalt ist alt.
RedesignNeue Optik, Struktur und Technik bleiben im Kern.Selten sinnvoll: Wer die Optik erneuert, sollte die Technik gleich mitnehmen.
RelaunchNeue Technik, neue Struktur, neue oder überarbeitete Inhalte, Adressen werden umgeleitet.Mindestens eines der ersten drei Zeichen oben, oder ein System, das niemand mehr pflegen kann.

Der Relaunch in fünf Schritten

1. Bestand aufnehmen: was bringt heute noch etwas?

Bevor irgendetwas gebaut wird: Welche Seiten bekommen Besucher über Google? Die Search Console zeigt das kostenlos, sofern die Seite dort angemeldet ist; sonst hilft die Suche nach site:ihre-domain.de, um zu sehen, welche Adressen Google überhaupt kennt. Diese Adressen sind Ihr Kapital. Dazu: Welche Texte und Bilder sind noch gut? Ich sichere bei jedem Relaunch die komplette alte Seite, bevor sie abgeschaltet wird, Texte, Bilder, Adressen. Bei einer Praxis in Zschopau kamen so alle Texte und Bilder der Altseite in die neue.

2. Struktur planen: eine Seite je Leistung

Die meisten alten Seiten haben eine Startseite mit allem und eine „Leistungen“-Seite mit einer Aufzählung. Google bewertet Seiten einzeln und Kunden suchen nach der Leistung plus Ort. Deshalb bekommt beim Relaunch jede wichtige Leistung eine eigene Seite. Was auf jede gehört, steht in Was muss auf eine Website?.

3. Bauen, ohne die alte Seite abzuschalten

Die neue Seite entsteht auf einer Vorschauadresse. Die alte bleibt so lange online, wie die neue nicht fertig ist. Es gibt keinen Grund, mit einer Baustellenseite Besucher zu verlieren. Bei mir sehen Sie die neue Startseite als Entwurf, bevor Sie einen Cent bezahlen.

4. Weiterleitungen: der Schritt, der über die Rankings entscheidet

Jede alte Adresse, die Google kennt, muss dauerhaft (Status 301) auf die passende neue Seite zeigen: /leistungen.html auf /leistungen/, /ueber-uns.php auf /ueber-mich/. Fehlt das, landen Besucher aus Google auf „Seite nicht gefunden“, und Google wertet die Platzierungen innerhalb von Wochen ab. Das ist der häufigste und teuerste Relaunch-Fehler. Ich lege die Weiterleitungen für alle bekannten alten Adressen an; bei einer Neuseite für einen Begleiter in Österreich waren es 48 Stück, jede einzeln geprüft.

5. Live-Gang und Nachlauf

Domain umstellen, SSL prüfen, Sitemap neu einreichen, Search Console auf Fehler beobachten, Google-Unternehmensprofil auf die neuen Seiten verlinken. In den ersten zwei Wochen nach dem Relaunch sehe ich täglich nach, ob Google alte Adressen meldet, die noch nicht umgeleitet sind.

Was ein Relaunch kostet

Ein Relaunch kostet in etwa dasselbe wie eine neue Website, weil es eine ist; die Bestandsaufnahme und die Weiterleitungen kommen dazu, die Texte gehen dafür oft schneller, weil Rohmaterial da ist. Bei Agenturen liegen Relaunches meist zwischen 3.000 und 15.000 €, bei Freelancern zwischen 1.000 und 5.000 €. Bei mir gilt der schriftliche Festpreis nach Seitenzahl: One-Pager ab 499 €, bis 5 Seiten ab 990 €, 6 bis 10 Seiten ab 1.390 €, ab 11 Seiten ab 1.790 €. Sicherung der Altseite, Weiterleitungen und Sitemap sind darin enthalten, nicht als Zusatzposten. Die ganze Rechnung steht in Was kostet eine Website?.

Fünf Fehler, die Betriebe beim Relaunch machen

  • Adressen ändern ohne Weiterleitung. Siehe Schritt 4. Rankings, die über Jahre gewachsen sind, verschwinden in Wochen.
  • Die Domain wechseln. Ein neuer Name klingt frischer, kostet aber alles, was Google und Kunden über die alte Adresse wissen. Nur wechseln, wenn der alte Name wirklich falsch ist, und dann mit Weiterleitung der kompletten alten Domain.
  • Alte Inhalte wegwerfen. Texte, die seit Jahren Besucher bringen, sind wertvoller als jeder neue Werbetext. Überarbeiten statt löschen.
  • Vom einen Pflegeproblem ins nächste. Von einem ungepflegten WordPress in einen Baukasten mit Monatsgebühr löst das Problem nicht. Fragen Sie, was Sie nach dem Relaunch selbst ändern können und was die Technik laufend von Ihnen verlangt.
  • Nur die Optik erneuern. Neues Design auf alter Technik bringt weder Tempo noch Sicherheit. Wenn schon, dann beides.

Checkliste vor dem Relaunch

  • Search Console angemeldet, Liste der Adressen mit Besuchern gesichert
  • Komplette Altseite gesichert: Texte, Bilder, Adressen
  • Zugänge vorhanden: Domain, Hosting, E-Mail. Wer den Domain-Zugang nicht hat, klärt das zuerst, ein Providerwechsel dauert Tage bis Wochen
  • Struktur geplant: eine Seite je Leistung, Ort auf jeder Seite
  • Weiterleitungsliste alt → neu, jede Adresse einzeln
  • Neue Seite auf dem Handy, im PageSpeed-Test und mit Schloss geprüft
  • Nach dem Live-Gang: Sitemap eingereicht, Unternehmensprofil verlinkt, zwei Wochen Fehler beobachtet

So mache ich das bei meinen Kunden

Ich sichere die Altseite, messe sie durch, plane die Struktur nach Ihren Leistungen und baue die neue Seite auf einer Vorschauadresse. Sie sehen die Startseite als kostenlosen Entwurf. Beim Live-Gang leite ich alle bekannten alten Adressen um und beobachte die ersten Wochen. Danach pflegen Sie Öffnungszeiten, Termine und Beiträge selbst, ohne WordPress. Beispiele ansehen · Kostenlosen Erstentwurf anfordern

Die häufigsten Fragen zum Relaunch

Kurz beantwortet

Woran erkenne ich, dass meine Website veraltet ist?

An sieben Zeichen: Sie ist auf dem Handy nicht bedienbar, läuft ohne Verschlüsselung (kein Schloss im Browser), lädt länger als drei Sekunden, zeigt veraltete Inhalte wie alte Preise oder ehemalige Mitarbeiter, bringt keine Anfragen, lässt sich nicht selbst pflegen oder wurde gehackt. Die ersten drei kosten direkt Besucher; dann lohnt sich ein Relaunch fast immer.

Was kostet ein Website-Relaunch?

Etwa so viel wie eine neue Website, weil es eine ist: bei Freelancern meist 1.000 bis 5.000 €, bei Agenturen 3.000 bis 15.000 €. Bei mir gilt der schriftliche Festpreis nach Seitenzahl ab 499 € für einen One-Pager und ab 990 € bis 5 Seiten, inklusive Sicherung der Altseite, Weiterleitungen und Sitemap.

Verliere ich beim Relaunch meine Google-Platzierungen?

Nur, wenn alte Adressen ohne Weiterleitung verschwinden. Wird jede bekannte alte Adresse dauerhaft mit Status 301 auf die passende neue Seite umgeleitet und die Domain beibehalten, bleiben die Platzierungen in der Regel erhalten und verbessern sich oft, weil die neue Seite schneller und mobil ist. Das ist der wichtigste Schritt des ganzen Relaunchs.

Wie lange dauert ein Relaunch?

Bei Agenturen zwei bis vier Monate, bei Freelancern vier bis acht Wochen. Bei mir 7 Tage von der Zusage bis online, vorausgesetzt Domain- und Hosting-Zugänge liegen vor. Ein Providerwechsel der Domain kann zusätzlich Tage bis Wochen kosten und sollte vor dem Start geklärt sein.

Soll ich beim Relaunch die Domain wechseln?

Nur, wenn der alte Name wirklich falsch ist, etwa nach einer Umfirmierung. Ein neuer Name kostet alles, was Google und Ihre Kunden über die alte Adresse wissen. Wenn Sie wechseln müssen, wird die komplette alte Domain auf die neue umgeleitet und mindestens ein Jahr behalten.

Kann ich die alten Texte und Bilder behalten?

Ja, und Sie sollten es. Texte, die seit Jahren Besucher bringen, sind wertvoller als jeder neue Werbetext. Ich sichere bei jedem Relaunch die komplette Altseite und übernehme, was gut ist, überarbeitet und auf die neue Struktur verteilt. Bilder werden neu verkleinert, damit die Seite schnell lädt.

Kostenlosen Erstentwurf anfordern

Altseite sichern, Weiterleitungen, Sitemap: alles im Festpreis. Die neue Startseite sehen Sie vorher.