Warum meine Websites ohne Cookie-Banner auskommen
Fast jede Website, die ich mir vor einem Angebot ansehe, begrüßt mich mit einem Kasten: Cookies akzeptieren, ablehnen, Einstellungen. Viele Betriebe halten das für eine gesetzliche Pflicht, die eben dazugehört. Das ist es nicht.
Pflicht ist die Einwilligung, bevor eine Website Dinge tut, die technisch nicht nötig sind: Besucherstatistik, Werbe-Tracking, eingebettete YouTube-Videos, Google-Karten, Schriften von fremden Servern. Wer nichts davon einsetzt, braucht kein Banner. Das Banner ist nicht die Vorschrift, sondern die Rechnung für eine Entscheidung, die vorher gefallen ist.
Was ich stattdessen mache
- Schriften liegen auf dem eigenen Server, nicht bei Google. Das Landgericht München sprach 2022 einem Besucher 100 € zu, weil eine Website seine IP-Adresse beim Laden von Google-Schriften in die USA übertrug. Danach gingen Tausende Schreiben an Betriebe, deren Seiten dasselbe taten.
- Keine Besucherstatistik, außer der Kunde will sie ausdrücklich. Ehrliche Frage an jeden Betrieb: Wann haben Sie zuletzt in Ihre Statistik geschaut? Die meisten Antworten lauten: nie.
- Karten als Link auf Google Maps oder erst auf Klick geladen. Für die Anfahrt reicht das völlig, und niemand bekommt Daten übertragen, bevor er das wollte.
- Das Kontaktformular läuft über den eigenen Server beim deutschen Hoster, nicht über einen amerikanischen Formulardienst.
Was das kostet
Die Statistik. Das ist der ganze Preis. Wer wirklich Zahlen braucht, bekommt sie aus der Google Search Console, die ohne Tracking auskommt und zeigt, mit welchen Suchbegriffen Menschen auf die Seite kommen. Das ist für einen kleinen Betrieb ohnehin die nützlichere Zahl als die Verweildauer auf Seite drei.
Was das bringt
Der erste Eindruck ist die Seite und nicht ein Kasten, den man wegklicken muss. Die Seite lädt schneller, weil keine fremden Skripte warten. Und es gibt nichts, wofür jemand eine Abmahnung schreiben könnte.
Wenn Sie wissen wollen, ob Ihre eigene Seite ohne Banner auskäme: Die zwölf Punkte zum Selbstprüfen stehen in meiner DSGVO-Checkliste. Punkt vier, die Google-Schriften, finden Sie in zwei Minuten selbst heraus.